Okay, lassen wir Computerspielzitate mal weg ;-)
Jedenfalls haben wir eine Führung bei der UNO mitgemacht, was eine recht interessante Angelegenheit war (dank kompetenter Führerin). Erschreckend ist dann zum Beispiel, dass wohl der größte Teil der sozialen Einrichtungen der UNO mit einem Budget von jährlich insgesamt nur einer Milliarde Dollars auskommen muss... Wie sie es da schaffen sollen, sich um Kinder in Hungergebieten und Frischwasser für alle zu kümmern, ist mir schleierhaft.
Natürlich sieht man auch die ganzen Sachen, die man aus dem Fernsehen kennt:
Ich bin heute mit Sebastian zusammen im Central Park joggen gegangen.
Ein cooles Erlebnis, das ich nicht hätte verpassen wollen.
Mit perfektem Timing sind wir auf dem Empire State Building angekommen: kurz vor Sonnenuntergang, so dass wir die Stadt sowohl bei Licht als auch im Dunklen sehen konnten - und natürlich den Sonnenuntergang.
Ansonsten ist zu sagen, dass hier Geschmackfreiheit zur Kunstform erhoben wird:
Central Park ist riesig. Fast einen Kilometer breit, und vielleicht vier Kilometer hoch, mit vielen verschiedenen Gegenden und schönen kleinen verschlungenen Wegen. Man vergisst fast, dass man mitten in der Stadt ist, insbesondere wenn die paar Strassen, die durch den Park führen, für Autos gesperrt sind (was fast den ganzen Tag der Fall ist)
Wir sind spasseshalber mit der kostenlosen Fähre nach Staten Island gefahren (ein Inselstadtteil; es gibt auch eine Brücke, aber die Fähre ist kultig).
Staten Island selbst ist zwar nicht so fürchterlich interessant, aber die Fahrt mit dem Boot ist schön und der Blick ist prima.
Hineinkommen in die Börse ist wohl noch möglich, aber nur mit geführten Tours einmal im Monat bei Vollmond wenn Jupiter und Saturn in Konjunktion stehen oder so.
Wir waren in lower Manhattan (das ist die Südspitze der Insel) unterwegs. Unter anderem sind wir auch an der Stelle vorbeigekommen, wo das World Trade Center gestanden hat.
Juhu! Freies WLAN bei der Jugendherberge um die Ecke!
Zeitungen zum anschauen gibt es auch, also kann man hier in hübscher Parkumgebung perfekt frühstücken, surfen und lesen.
New York ist eine ziemlich abgefahrene Stadt; soviel weiss ich jetzt schon.
Bei unserer Ankunft hat es leider geregnet und wir sind ca. 15 Blocks im Nieselregen mit Gepäck zu unserer Jugendherberge gelaufen. Die Herberge ist die spartanischste bis jetzt (und die teuerste). Aber sie liegt um die Ecke vom Times Square, und wir verbringen schließlich eh den geringsten Teil der Zeit in unserem Zimmer...
Times Square ist bunt und laut. Dort treffen sich Broadway, Sixth Avenue und ein paar andere Strassen; überall sind bunte, animierte Werbetafeln. Es ist dort auch nachts sehr hell. Der Verkehr ist krank und besteht mindestens zur Hälfte aus Taxis (kein Mensch sonst will dort fahren, nehme ich an). Und da ist ein MTV-Studio, in dem wohl gerade Eminem am Fenster zu sehen war, als ich weggeschaut habe. Naja.
Im Gegensatz zu allen kanadischen und US-amerikanischen Städten, die ich bisher so besucht habe, gibt es hier eine große farbige Bevölkerungsgruppe. Ich bin mal gespannt, wie sich das so auswirkt.
Man ist das ja in Deutschland so gewohnt, Auswahl zu haben bei der Bahn. Da fährt dann alle 15 Minuten eine S-Bahn, und selbst bei den ICEs sollte man sich eine Zeit aussuchen können, die einem passt.
Das ist hier irgendwie anders: der Zug von Montreal nach New York fährt einmal pro Tag. Er fährt gegen 10:00 ab und kommt gegen 20:00 an. Wenn einem das nicht passt, kann man ja Flugzeug, Auto oder Bus nehmen.
Der Zug war allerdings ziemlich lustig: viel Platz für die Beine, verstellbare Sitze wie im Flugzeug, und Steckdosen (sehr, sehr praktisch für die Laptops!). Das einzige, was mich persönlich gestört hat, war der Geruch nach den Toiletten, der öfters mal durch den Wagen gezogen ist.
Insgesamt eine angenehme Art, zu reisen. Es ist allerdings ziemlich unglaublich, wie langsam dieser Zug teilweise vor sich hin gekrochen ist. Und so richtig schnell wurde er glaube ich nie. Und bei jedem Bahnübergang hat er gehupt (Schranken gibts da auf dem Land halt nicht). Interessantes Erlebnis.
An der Grenze kommen dann auch US Customs&Immigration Beamte in den Zug... Markus und ich haben eine neue Einreisegenehmigung gebraucht, also hat man uns in den Speisewagen gelotst, der für die Zeit kurzerhand umfunktioniert wird. Ausser uns war da noch eine vierköpfige Familie - ebenfalls Deutsche. Überall Deutsche Touris! Sowas.
Ich weiss nicht warum, aber ich bin mit Montreal nicht richtig warm geworden. Vielleicht liegt's am Französischen, das glaube ich aber eigentlich nicht. Vielleicht finden Kanadier und Amerikaner die Stadt auch deshalb so toll, weil sie so europäisch aussieht... und das kommt mir dann gar nicht so besonders vor. Wie auch immer, es ist zwar eine nette Stadt, aber vom Hocker gehauen hat sie mich jetzt nicht.
Ein merkwürdiges Gefühl, jetzt auf Reisen doch in einer Stadt angekommen zu sein, wo ich die Leute auf anhieb nicht verstehe. Die erste Sprache hier ist eindeutig Französisch: man wird immer mit "bonjour" oder Ähnlichem begrüßt. Die tapfereren unter uns haben versucht, Dinge auf französisch zu bestellen; ich hätte die Rückfragen nicht verstanden und hab das mal lieber gelassen. Die Zweisprachigkeit allerdings funktioniert hier hervorragend: alle Erwachsenen, die wir getroffen haben, waren problemlos in der Lage, mitten im Gespräch auf englisch umzuschalten. Wolfgang hat in etwa das Folgende erlebt, als er einen Kaffee bestellt hat:
Verkäuferin: Bonjour!
Wolfgang: One coffee please.
Verkäuferin: Which size?
Wolfgang: grande.
Verkäuferin: Pour ici?
Wolfgang: Yes, for here please.
Unsere Jugendherberge liegt am Rande von Old Montreal. Das ist das ursprüngliche Stadtzentrum; Downtown allerdings ist inzwischen ein Stück weit abgewandert, so dass die ganzen schönen alten Gebäude da noch stehen. Dort ist jetzt das Vergnügungsviertel, wo das sagenumwobene Nachtleben stattfindet. Und das ist da auch: schöne kleine Bars und Pubs mit Livemusik sind leicht zu finden (alles andere vermutlich auch; das sind jetzt halt die Sachen, die wir bevorzugen). Die Preise sind etwas höher als wir das so gewöhnt sind, aber man findet auch Bezahlbares. Hier fahren Pferdekutschen, um Touristenpärchen von A nach B zu bringen.
Insgesamt ein charmantes Plätzchen, wo für jeden Geschmack etwas zu finden sein dürfte.
Ich sage "fertiggestellt" statt fertiggestellt, weil das Dach sich wohl nicht, wie ursprünglich geplant, aufklappen lässt. Nach einem Blick darauf fragt man sich auch wirklich, was sich der Architekt da wohl tolles ausgedacht hat... Das Dings sollte wohl an den Seilen hochgezogen werden. Wie das im Wind halten soll, ist uns spontan unklar. Der Turm hätte sich bestimmt gefreut, ein Segel zu bekommen, und hätte sich ein wenig mit dem Wind treiben lassen.
Unabhängig davon sieht das Stadion selbst ganz hübsch aus; der Rest allerdings ist eine graue Betonwüste und sieht, wie Markus korrekterweise erwähnt sehen möchte, ziemlich schäbig aus.
Die Ubahn von Montreal fährt auf Rädern, nicht auf Schienen. Sehr merkwürdig.
Mont Royale heißt der Berg, auf den Jaques Cartier damals von den Irokesen geführt worden ist (weil er ihn so genannt hat). Dann kam der alte Maisonneuve und hat da eine Stadt gegründet, die er Ville Marie genannt hat. Vernünftigerweise hat irgendwer die dann im Andenken an Cartier oder so in Montreal umbenannt.
So, jetzt wisst ihr in etwa soviel von der Geschichte von Montreal wie ich, und ich war da ;)
Aber ich schweife ab! Zurück zum Thema, der Berg ruft. Mont Royale ist ein erloschener Vulkan in der Mitte der Insel, auf der Montreal liegt (zwischen zwei Armen des St.-Lorenz-Stroms). Er ist... äh... nicht so hoch (233m; ich habe jetzt allerdings gerade keinen Größenvergleich mit Markus parat). Damit keiner merkt, wie niedrig der "Berg" ist, darf man keine Hochhäuser bauen, die höher sind.
Da oben haben wir uns ein wenig ausgeruht (wie man bei Sebastian sehen kann), bevor wir uns auf den gefahrvollen Abstieg begeben haben.
McGill ist wohl eine der Elite-Unis Kanadas. Und sie haben einen hübschen, wenn auch recht kleinen, Campus mitten in Montreal:
Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, gleich mal ins Computer Science-Gebäude hineinzumarschieren und uns umzuschauen.
Mit den Inschriften hatten wir jede Menge Spaß: Latein! *freu* - Soweit wir's entziffern konnten, war im Hauptschiff von Petrus im Allgemeinen die Rede, im Querschiff vom letzten Abendmahl und in der Kuppel die Story mit dem Fels, auf dem Jesus seine Kirche baut.
Nachdem wir uns von Ottawa aus eine Jugendherberge in Montreal gesichert hatten, konnten wir es uns leisten, erst abends dort anzukommen. Nach relativ kurzer Fahrt (250 km oder so) und ein wenig Herumrätseln in der Innenstadt (wir haben nicht verstanden, wie groß der Maßstab der Karte war; was wie weite Entfernungen aussah war ruck-zuck vorbei) haben wir unsere Unterkunft dann auch gefunden und das Auto bei einer defekten Parkuhr abgestellt (prima deal, das...).
Die Jugendherberge ist extrem witzig... Jeder Raum hat eine bestimmte Farbe (wir waren im Chambre Lime, dem Lime Room in Mittelhellgrün); das Gebäude ist wohl ein altes Geschäftshaus, dass sie ein wenig umgebaut haben. Holzfußboden, Fensterbänke, auf denen man bequem sitzen kann, und preisgünstiges Frühstück im Gemeinschaftsraum tragen dazu bei, dass ich es hier sehr angenehm finde.
Ottawa ist eine interessante Stadt: Parliament Hill - das Regierungsviertel - ist sehr hübsch; ziemlich nebenan ist ein Viertel mit lauter Restaurants und Kneipen: nicht billig, aber recht schön. Bei Ottawa fließen zwei Flüsse zusammen, und Parliament Hill liegt direkt am Wasser. Auf der anderen Flussseite ist dann schon Quebec in Form einer Stadt, in der die Ampeln komisch aussehen und die Leute französisch sprechen...
Ottawa kam mir freundlich, offen und irgendwie rund vor: eine würdige Hauptstadt, die Kanada meiner Meinung nach gut repräsentiert.
Markus und ich waren im Museum of Civilization (hochtrabender Name), während Sebastian und Wolfgang in die National Art Gallery gegangen sind. Ich hatte gehofft, im Kanada-Teil des Museums Informationen über ein paar für mich offene Fragen in der kanadischen Geschichte zu bekommen - und wurde etwas enttäuscht, weil dort eher episodenhaft die Lebensumstände der Leute zu verschiedenen Zeiten gezeigt wurden; die Geschichte Kanadas war auch immer mal erwähnt, aber nicht zusammenhängend und/oder vollständig.
Witzig war, als wir einer Kanadierin (?) eine Karte erklären mussten, die gezeigt hat wo Leif Eriksson damals langgesegelt ist... Ja, das war ganz schön weit - und ja, das da ist der Atlantik!
Aber um zu klären, wie das damals so war mit Frankreich und Großbritannien, werde ich mir wohl ein Buch zulegen müssen.
Wir haben uns einen Teil einer Sitzung des kanadischen Unterhauses ("House of Commons") angesehen. In der Question Period stellen dann täglich Mitglieder der Opposition und auch einige der Regierungspartei Fragen an die Regierung. Das ist dann recht laut und lebhaft und sehr unterhaltsam.
Der Premierminister wird sich zum Beispiel wohl mit dem Dalai Lama treffen (der gerade in Kanada ist), will sich dann aber wohl auf "spirituelle Themen" beschränken. Deshalb hat der Oppositionsführer erzählt, dass sich die Opposition mit ihm bereits getroffen habe und wahnsinnig fruchtbare Gespräche geführt habe. Ob der Premier nicht auch über Politisches reden, und vielleicht als Vermittler zwischen Tibet und China auftreten wolle?
Daraufhin wird es erstmal sehr laut, und der Premierminister steht auf, um nur zu sagen, dass er der Premierminister sei und allein entscheiden würde, wen er wann trifft, über was er redet und zwischen wem er vermittelt. Was daraufhin aufkommt, ist am besten mit "Ohrenbetäubender Lärm" zu beschreiben. Das nimmt der Vorsitzende des Hauses zum Anlass, für Ruhe zu sorgen, um die nächste Frage aufrufen zu können... Und so geht das dann eine Dreiviertelstunde hin und her.
Fotos habe ich leider keine, weil einem der Fotoapparat natürlich vorher von den freundlichen Sicherheitsmenschen beim Metalldetektor abgenommen wird...
Ein paar weitere Eindrücke:
Ein weiteres interessantes Detail auf dem Gelände ist ein kleines eingezäuntes Gebiet, wo für streunende Katzen eine Heimat eingerichtet ist: ein kleines Katzenhäuschen und Futter. Das ganze wird von einem Privatmann betrieben, der dafür wohl einen Haufen Freizeit und Geld opfert. Respekt!
Im Hauptparlamentsgebäude gibt es eine Kammer, in der wohl alle gefallenen kanadischen Soldaten in großen Büchern namentlich aufgelistet sind... Das kam mir irgendwie wie eine gute Sache vor.
Auf in die Hauptstadt! Von Toronto nach Ottawa sind es so ungefähr 400 oder 500 Kilometer. Um die Sache aber ein Bisschen interessanter zu machen, haben wir uns eine Strecke überlegt, die nur teilweise den Express-Highway entlangführt (der ziemlich exakt aussieht wie eine deutsche Autobahn, nur dass durchgehend Tempo 100 gilt). Den Rest der Strecke sind wir dann auf einem kleineren Highway gefahren, der durch ein Gebiet mit einigen provincial parks führt und landschaftlich ganz hübsch war. Dort galt dann fast durchgehend Tempo 80.
Zu Mittag haben wir uns in einem Kaff am Wegesrand ein paar Sachen eingekauft und dann in Parknähe gepicknickt... Wir hatten "leichte" Schwierigkeiten, einen Platz zu finden wo uns die Mücken nicht sofort aufgefressen haben. Nach einigem Hin und Her (-fahren) sind wir uns dann aber doch noch einig geworden und haben uns auf einem Stein in Ufernähe häuslich eingerichtet.
Am späten Nachmittag waren wir dann in Ottawa und sind im YMCA eingezogen. Erstaunlich: ein Viererzimmer ohne Stockbetten, dafür mit eigenem Bad, Fernseher und Telefon, für unter 20 Dollar pro Person! Sehr cool dort.
"And they think they're New York" - bis jetzt sieht es für mich so aus, als sei das wahr. Aber mit einer abschließenden Bewertung dazu halte ich mich mal lieber zurück, bis ich NY auch wirklich gesehen habe.
Hier scheint vieles viel "amerikanischer" zu sein als in Vancouver - oder es kommt mir so vor. Getränke werden in oz. gemessen, nicht in vernünftigen Einheiten, obwohl Kanada seit einer Weile das metrische System einsetzt.
Ich hatte erwartet, dass Toronto sehr kanadisch ist. Vielleicht ist es das ja auch, und ich habe nur noch nicht verstanden, was "kanadisch" eigentlich bedeutet. Gut möglich! Mal sehen, wie Ottawa und Montreal dann so sind... Jedenfalls kann ich mir hier gerade nicht wirklich vorstellen, dass jemand wie in "Bowling for Columbine" seine Wohnungstür unverschlossen lässt - weniger als in Vancouver. Allerdings haben wir ja bis jetzt auch hauptsächlich die Innenstadt gesehen. Ich hoffe, wir kommen noch dazu, mal kurz durch ein paar Wohngebiete zu fahren.
Die Stadt scheint mir persönlich weniger sympathisch zu sein als Vancouver, aber dort hatte ich ja auch viel mehr Zeit.
Morgen geht's dann nach Niagara Falls (das kanadische), um die Niagarafälle zu sehen (die kanadischen) - dazu morgen mehr!
Die Toronto Maple Leafs (das hiesige NHL-Team; das ist Eishockey für die Nichteingeweihten *g*) haben ihre aktuelle Playoff-Runde nun doch überstanden (heute war das entscheidende Spiel).
Da wir hier ja gerade das volle Touri-Programm fahren (Kanada in 20 Tagen), mussten wir uns natürlich auch die Niagara-Fälle anschauen. Naja, das was von ihnen dank Wasserkraft und Winter gerade noch übrig ist...
Es gibt ja zwei Niagarafälle: die American Falls auf der US-Seite, und die Horseshoe Falls auf der kanadischen Seite. Beide waren vor 300 Jahren oder so noch gleich groß, aber in der Zwischenzeit sind die US-Fälle fast unverändert geblieben, während die Kanadischen dieses Hufeisenform ausgebildet haben und deshalb jetzt dreimal so lang und schön sind...
Auf dem Weg zu den kanadischen Fällen (ca. 5 Minuten Fussweg von den amerikanischen) ist uns dann ein UBCler mit seiner Freundin begegnet (PostDoc, der trotzdem mit Sebastian und mir in einem Kurs saß und jetzt eine Stelle als Dozent sucht). Kanada ist halt kleiner als man so denkt...
Die Fälle sind eine ziemlich beeindruckende Angelegenheit... Hat sich gelohnt. Die Stadt aussenrum allerdings ist ziemlich fürchterlich; wir haben etwas gegessen (erstaunlich günstig) und haben gemacht dass wir wegkamen.
Uns war bis gestern nicht so wirklich klar, dass Toronto die Hauptstadt von Ontario ist (naja, mir zumindest nicht).
Und nachdem ich am Sonntag noch an geschlossenen Türen rütteln und "ich will hier rein!" rufen musste, konnten wir uns am Montag dann eine Parlamentssitzung anschauen. Aufregend! Zum Beispiel die Sicherheitsvorkehrungen, komplett mit Metalldetektoren. Oder der Englische Formalismus des Parlaments - komplett bis hin zu einem ehrwürdigen "Mr. Speaker", der an prominenter Stelle thront, das Wort erteilt, zu dem hin sich verbeugt wird wenn man den Saal verlässt und zu dem hin gesprochen wird. Das ist wirklich etwas merkwürdig; da werden dann Sätze eingeleitet zum Beispiel mit "Mr. Speaker, ich bin mir sicher, dass dem Herrn Premierminister bewusst ist, dass...".
Interessant auch, wie so ungefähr 10 iunge Helferlein in dunkler Uniform zwischen den Abgeordneten hin- und hergerannt sind, um auf Verlangen Zettelchen zu Transportieren (man schrieb sich eifrig Nachrichten) oder Gläser mit Wasser zu besorgen und so weiter.
Eine äußerst erheiternde Angelegenheit; man erinnere mich daran, dass ich mal den hessichen Landtag besuchen gehe wenn der grad Sitzung hat.
Der CN Tower ist ein Turm in Toronto. Das CN steht laut der Aufzugangestellten dort wohl für "Canada National". Qualität der Information: "I'm pretty sure."
Wenn jemand mehr über den Turm wissen will, könnte ich es jetzt machen wie damals Messners Bruder über seine Wand im Himalaya: einige Minuten schweigen und dann sagen:
Er ist sehr hoch.
Im Unterschied zu Messners Bruder haben wir allerdings den Turm nicht überschritten. Ausserdem sind wir zurückgekommen, was ja auch ein Vorteil ist.
Insgesamt eine interessante Sache - aber ein wenig überteuert. Wir hatten in der Jugendherberge verbilligte Tickets erstanden (16 statt 20 Dollar, also etwa 10?), und trotzdem war ich mir nicht sicher ob das jetzt im Endeffekt mein Geld wert war: Man konnte auf dem Aussichtsdeck nicht ganz rund laufen, weil ein Drittel von einem Bistro belegt wurde; der Glasfußboden war nur ein kleiner Teil des unteren Decks (ich hatte angenommen, der ginge rundrum); und man konnte nicht raus, weil der Wind zu stark war. Trotzdem war es gut, um einen besseren Eindruck von der Stadt zu bekommen.
Grüße aus Toronto, Ontario!
Was wir vorher über Toronto wussten, stammt aus einem Liedtext der Three Dead Trolls in a Baggie:
The rent's too high, the air's unclean,
the beaches are dirty and the people are mean,
and the women are big and the men are dumb,
and the children are loopy 'cos they live in a slum,
the water is polluted and the mayor's a dork,
they dress real bad and they think they're New York
in Toronto, Ontario
Ben/Switch: nein, hier in Toronto gibts im Starbucks kein WLAN. Gut, in einem wohl schon, aber das gehört wohl einer Firma darüber ;)
Internet-Cafes gibts nicht, nur so Netzwerkspielhöllen, wo einen die Betreiber anschauen wie einen Elch wenn man sie nach WLAN fragt. Auch hier haben wir nach wireless gefragt, als Antwort "jaja" gehört und Kabel in die Hand gedrückt bekommen, die die hier aus den Rechner gerupft haben. Klasse...
Das einzige freie WLAN haben wir bis jetzt in einem Plattenladen gesehen (!), der zugegebenermassen ziemlich groß war (absolut abgefahren, Fotos folgen), aber der hat leider grad schon zu.
Bitte entschuldigt die Fleckenhafte Berichterstattung hier, aber ich werde einfach versuchen, ab und zu mal von unterwegs ein Bisschen was zu schreiben - kann aber halt nicht versprechen, dass es irgendwie vollständig und/oder interessant ist ;)
Mehr gibts dann zur Not (*g*) bei persönlichen Gesprächen wenn ich wieder zu Hause bin...
Wir übernachten gerade in einer Jugendherberge, die der aus unserer Anfangszeit in Vancouver nicht völlig unähnlich ist... Aber ich fand die damals fürchterlich, während ich die jetzt irgendwie klasse finde.
Warum? Ich glaube, es hat damit zu tun, dass ich jetzt gerade Urlaub habe, während das damals eher stressig war: fremdes Land, Jetlag, Stress mit Wohnungssuche und so weiter.
Woran es auch immer liegt, ich find's grad total witzig da. Auch wenn wir in einem Zimmer mit 10 Betten oder so sind und es für die ganze Etage nur 3 Duschen gibt ;)
Hmm nach dem letzten Kommentar von Flo, der gefragt hat, was wir jetzt eigentlich im nächsten Monat so machen wollen, ist mir aufgefallen, dass ich zu dem Thema wirklich noch nicht so arg viel geschrieben hatte, oder?
Naja, also die Planung ist, uns im nächsten Monat ein wenig Kanada anzusehen! Und das geht dann so:
Am 17.04. (das ist der nächste Samstag) fliegen wir von hier nach Toronto. Da schauen wir uns dann zwei oder drei Tage um und machen auch mal nen Tagesausflug zu den Niagarafällen. Zu diesem Zweck mieten wir uns ein Auto, das wir dann auch gleich über Ottawa (Hauptstadt von Kanada) nach Montreal fahren, wo wir uns dann wieder ein bisschen umsehen.
Von Montreal aus geht es dann mit dem Zug nach New York, wo wir ebenfalls ein paar Tage bleiben und vielleicht Abstecher nach Boston und/oder Washington machen. Von da aus werden wir dann versuchen, irgendwie nach Calgary zu gelangen. Da soll's nicht weiter interessant sein, allerdings ist da der Banff/Jasper National Park in der Gegend, den wir dann wieder ein bisschen mit dem Auto und zu Fuss erkunden wollen.
Ab da wird die Planung etwas... weniger konkret: entweder Fahrt mit dem Auto nach Vancouver über Kamloops und das Fraser oder Okanagan Valley, oder Flug von Calgary.
Zurück in Vancouver tun wir kurz was auch immer man in Vancouver so tut und fahren dann weiter nach Victoria auf Vancouver Island (Hauptstadt von British Columbia). Dann ist es auch schon Zeit für den Rückflug (zumindest für Wolfgang und mich; Markus und Sebastian bleiben dann noch zwei Wochen und fahren nach Norden ins Nichts oder so.
Klar? ;)
Schon seit Ewigkeiten wollte ich mir den japanischen Garten auf dem UBC-Gelände mal ansehen... als ich mit Dani da war, war er nämlich leider gerade geschlossen :(
Heute allerdings schien mir das Wetter endlich wieder gut genug zu sein - und ich hatte gerade ein Stündchen Zeit, also habe ich die Gelegenheit spontan genutzt.
Der Eintritt ist für Studenten kostenlos (freundlicher Zug!), und als ich dort war, hatte auch der Mensch am Eingang gerade Pause: da hing dann ein Schild, man solle doch freundlicherweise seinen Eintritt in eine Box werfen.
Der Garten selbst ist sehr schön: grün, hügelig, mit einem großen See in der Mitte. Im Moment blüht dort ziemlich viel, und die Blütenblätter fallen stellenweise wie Schnee von den Bäumen... Insgesamt herrscht eine sehr angenehme, ruhige Stimmung (obwohl eigentlich eine recht laute Strasse ziemlich nah vorbeiführt).
Beweisfotos:
Nachtrag von Anfang letzter Woche; da haben wir nämlich das Bloedel Conservatory besucht. Das liegt oben auf einem Hügel mitten in einem hübschen Park und beherbergt eine bunte Mischung aus tropischen Pflanzen und Vögeln.
Ich hoffe, meine Mitmenschen hier verzeihen mir, dass ich selten ernst bleiben kann, wenn von Bloedel die Rede ist (im Forestry-Gebäude gibt es auch das McMillan Bloedel Atrium)...
Aber ich schweife ab. Zurück zum Thema!
Insgesamt eine recht hübsche Einrichtung und einen Besuch wert; etwas kleiner als erwartet, aber nett und ziemlich vollgestopft. Bei Sebastian gibt's auch ein prima Foto von mir am Souvenirstand...
Ich war allerdings wieder mal (wie im Museum of Anthropology damals) überrascht ob der Plan- und Erklärungslosigkeit: an ungefähr einem Drittel der Pflanzen oder so standen Schilder; darauf stand dann zu lesen, was das ist und wo es herkommt. Der Rest schien unbeschriftet zu sein. Es war auch keinerlei Ordnung zu erkennen (abgesehen davon, dass die Kakteen alle in einer Ecke ghettoisiert waren). Ausser den Namensschildern gab es auch nichts sonst zu lesen.
Wozu ist das also gut? Man kann sich dort exotische Pflanzen anschauen. Es dürfte unmöglich sein, sich irgend eine Art von kohärentem Bild über irgendwas zu machen oder sonst irgend etwas zu lernen...
... aber die Pflanzen sind schön, und wie schon gesagt: es ist einen Besuch wert. Alleine schon wegen dem süssen kleinen Mäuschen, das sich das Vogelfutter gekrallt hat, was auf den Boden gefallen war ;)
Und kostet $5,75 Eintritt für Studenten. Dafür gibts dann allerdings auch eine Führung dazu (in meinem Fall von einer sehr resoluten älteren Dame). So erfährt man dann einiges über Yin und Yang (allgegenwärtig), das Leben von hohen chinesischen Beamten in der Ming-Dynastie (einen Tick zu glorifiziert für meinen Geschmack), Lotosblüten und Bambus, lime stone und überhaupt warum das alles so angeordnet ist wie es ist.
Diese Art von Garten war wohl eine Spezialität der Stadt Suzhou (so schreibt man die hier wohl) - und der in Vancouver ist der erste und einzige, der seit ca. 250 Jahren gebaut worden ist (von Chinesen übrigens, die sie extra dafür aus Suzhou importiert haben). Fertiggestellt wurde das ganze im Expo-Jahr 1986, obwohl nicht direkt ein Expo-Projekt.
Der Garten ist übrigens wirklich sehr schön, und es ist beeindruckend, wie sie es geschafft haben, auf doch recht kleinem Raum unheimlich viele Bilder unterzubringen - alles sieht aus anderer Perspektive tatsächlich anders aus. Interessant auch, wie man nach der Führung mit völlig anderen Augen durch den Garten geht als vorher.
Nach Angaben eines Typen, der da was über Ausbrecher erzählt hat, in den 20ern nötig geworden, weil es im Volk einen Aufschrei gegeben habe wegen dem ganzen Verbrechen, das plötzlich überall geherrscht hat. Unsere Version: nachdem sie mit der Prohibition die Mafia stark gemacht hatten ;)
Alcatraz hat zwei interessante Abschnitte in seiner Geschichte: die Zeit als Hochsicherheitsgefängnis und die Zeit der Besetzung durch Indianer. Ignorieren wollen wir hier die Zeit als Militärgefängnis und Touri-Fließband ;)
Widmen wir uns zunächst der Hochsicherheitsgefängniszeit (welch schöne Worte uns das Deutsche an die Hand gibt, ist mir immer wieder ein Genuss). Was einem sofort auffällt: der eigentliche Zellenkomplex ist klein. Ungefähr 300 Zellen, glaub ich. Auf sehr kleinem Raum.
Das bringt mich zu der zweiten Auffallenden Beobachtung: das ist wirklich
kein schöner Ort gewesen. Okay, ich nehme an, dass er das auch nicht sein sollte, aber trotzdem... Gar kein schöner Ort. Konstruiert in einer Zeit, wo ein Gefängnis zum Wegschliessen war - mit Wiedereingliedern in die Gesellschaft hatte das halt nichts zu tun. Mir unbegreiflich, mit was die Insassen ihre Zeit verbracht haben, wenn nicht mit dem Schmieden von Ausbruchsplänen. Oder, wie Wolfgang gesagt hat, verwunderlich, dass die da drin nicht mehr Gewalt und tote Wächter hatten über die Jahre.
Die Härte natürlich: was man so als "das Loch" kennt, also die Einzelzellen mit Lichtentzug. Man stellt sich das so als ein feuchtes... dunkles... Loch halt vor. Aber nein, das sind halt einfach Zellen, mit ebenso glatten Wänden wie der Rest der Zellen, in den gleichen Farben gestrichen - nur eben mit ner Tür, die kein Licht durchlässt. Das hat das Ganze für mich irgendwie noch erschreckender gemacht: es ist nicht so, als ob die da praktischerweise eine Höhle gefunden hätten, wo dann ein Sadistischer Aufseher die Leute reinschmeissen konnte - nein, die haben die mit voller Absicht so gebaut.
Merkwürdig übrigens, dass man dort dann erzählt bekommt, dass sie Leute manchmal für ein paar Tage da reingeworfen haben; das alles ist aber völlig unreflektiert und hat irgendwie immer einen bewundernden Unterton (kam mir jedenfalls so vor). Bin ich jetzt der Einzige, für den das irgendwie nicht akzeptabel, sondern Folter ist?
Die Kopfhörer, die man auf den beiden Fotos da oben sehen kann, sind übrigens die automatisierte Tour, die man dort mitmacht: da hört man dann Zeitzeugen berichten und so.
Etwas, was ich noch merkwürdig fand: kennt Ihr den Spitznamen von Al Capone? Ich meine, für mich war der immer nur Al Capone. Al Capone ist irgendwie ein ausreichend furchteinflößender Name für mich. Aber nein, in Alcatraz konnte man die (vermutete) Zelle von Albert "Scarface" Capone sehen. Hui.
Thema Ausbruch übrigens: von Alcatraz ist ja nie jemand ausgebrochen. Aha, soso. Naja, die einzigen beiden, die bis zum Wasser gekommen und nicht definitiv ertrunken sind, hat man einfach für tot erklärt (weil nicht sein kann, was nicht sein darf...). Diese Leute haben übrigens mit selbstgemachten Werkzeugen an der Wand gewerkelt, um ihren Lüftungsschlitz zu verbreitern. Wie das unentdeckt bleiben konnte, ist mir vollkommen schleierhaft.
Jetzt zu den Indianern: die haben nämlich 1969 die Insel besetzt, um auf Verträge aufmerksam zu machen, die die Regierung gebrochen hatte oder so. Hierbei fällt sofort auf, dass da tatsächlich überall "Indians" steht und gesagt wird. Nicht "native Americans", nicht "First Nations", nein, "Indians". Wir und unsere Kanadier waren schockiert.
Jedenfalls wundert man sich, warum sie ausgerechnet diesen gottverlassenen hässlichen Fleck Erde haben wollten. Der Grund: Alcatraz war als Gefängnis ausrangiert und "Surplus Property" oder so der Regierung. Und es gab einen abstrusen Vertrag, dass die Indiander solches Überschussland haben dürften.
Ich persönlich wundere mich da, ob sie nicht ein ein bisschen attraktiveres Fleckchen hätten finden können. Aber jedem das Seine. Jedenfalls hat diese Besetzung wohl total das Land umgekrempelt und die "Indians" "empowered" und so.
Mehr Nacharbeiten von San Francisco!
Am zweiten Tag, nach der Golden Gate Bridge, haben wir uns aufgetrennt: die Kanadier sind nach Stanford gefahren, um da Bekannte zu besuchen, und wir Deutschen haben uns mehr interessante Dinge in San Francisco selbst angesehen.
Dabei sind wir durch den Golden Gate Park gekommen (davon ein andermal) und haben einen der Twin Peaks bestiegen. Ach, was sage ich, bestiegen - erklommen! Erobert! (Leider hatten wir keine deutsche oder kanadische Flagge dabei, sonst hätten wir dieses unentdeckte Land sofort für einen befreundeten Rechtsstaat in Besitz genommen ;)
Und es waren widrige Umstände, unter denen wir beim Aufstieg zu leiden hatten: der Bus fuhr nur in eine Richtung (die Falsche; danke, Murphy!), und Bushaltestellen waren nur gelbe Striche auf der Strasse (Frechheit!); die Nacht brach hinterrücks herein; und starke Winde drohten uns von sicher geglaubtem Halt fortzureissen (ungelogen; leider konnte ich vom Wind kein Foto machen, weil er transparent ist). Aber wir haben allem Unbill getrotzt! Wo die Pioniere und Gründerväter umgedreht oder umgekommen sind, haben wir uns durchgeschlagen! Deshalb kann ich Euch nun hier diese sensationellen Beweisfotos vorführen.
Natürlich haben wir dann am nächsten Tag den anderen von unseren Alpinistischen Extremerfahrungen berichtet!
Ich weiss nicht, wieviel man davon im Moment im Alten Europa mitbekommt...
Seit zwei Wochen oder so verheiratet die Stadt San Francisco gleichgeschlechtliche Paare... Inzwischen haben sie wohl so ca. 3200 "Lizenzen" ausgestellt.
Das ganze steht rechtlich auf etwas wackligen Füssen: im Staat Kalifornien gibt es ein Gesetz, das die Ehe als vereinigung von Mann und Frau definiert. Allerdings verbietet die Verfassung des Staates auch Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Darauf basieren die Argumente der Stadt.
Unter anderem der Polizeichef und ein Stadtratsmitglied (oder sowas) von San Francisco haben schon ihre langjährigen Partner geheiratet in der Aktion.
Der Gouvernator Schwarzenegger ist beim Einschreiten, und Bush hat's zu einem seiner zentralen Wahlkampfthemen gemacht. In Kalifornien sind "nur" 50% der Wähler strikt gegen same sex marriages, in den USA insgesamt sieht das wohl noch wesentlich dunkler aus.
Mal sehen, wie das so weitergeht; ist spannend hier gerade! Die nächsten Worte in der Sache haben jetzt vermutlich die Richter... Anträge von nichtstaatlichen Organisationen auf einstweilige Verfügungen sind bisher abgeschmettert worden, weil kein irreparabler Schaden angerichtet werde.
20$ (US) pro Nacht und Nase, mitten in der Innenstadt... Wie sieht dieses Hotel wohl aus?
Insgesamt nicht super, aber billig - und wir waren ja auch nicht viel im Hotel, also war's gut erträglich. Einziges Problem: Leute im Nebenzimmer, die nachts um 3 noch laute Rap-Musik hören...
Eine der schönsten der schon unten erwähnten "charmanten Konsequenzen" aus den Hügeln sind die Cable Cars: nachdem man Anfang des letzten Jahrhunderts gemerkt hat, dass Pferde sich bei den Steigungen nicht sehr gut als Antrieb im ÖPNV eignen (zuviel Verschleiß - ich weiss, makaber), und ein Unternehmer mehr von seinen Stahlseilen verkaufen wollte, hat man sich dieses effektive Transportmittel einfallen lassen.
Witzig ist dann, wenn man einen der Hügel hochfährt, aber am oberen Ende steht ein Kleintransporter. Weil man nicht dran vorbeikommt, wird ein bisschen geklingelt und dann rückwärts den Berg runtergerollt, um dann wenn der Transporter weg ist einen neuen Anlauf den Berg rauf zu nehmen...
Schön ist auch, wie die zwei Leute, die nötig sind, um einen Wagen zu fahren, permanent große Hebel und Pedale bedienen, per Glockengebimmel miteinander kommunizieren und nebenbei noch Fahrkarten einsammeln und Stadtführer spielen.
Die Wagen selbst haben keinen Antrieb, sondern sie klinken sich in ein Kabel ein, das kilometerweit unter der Strasse langläuft. Man hört das Kabel da immer lustig entlangrattern unter den Strassen wo das Cable Car fährt.
Es wird übrigens 6-10mal pro Jahr oder so eins der Kabel ausgetauscht (die nutzen sich schnell ab, weil die Wagen das Kabel beim Anfahren schleifen lassen). Dabei trennen sie dann beide Kabelenden 30m weit auf und weben die Stahlfasern ineinander, um einen geschlossenen Ring zu bilden... klang nach einer ziemlich abgefahrenen Idee für mich.
TV-Werbung für ein Auto von Jaguar in den USA, sinngemäss übersetzt:
"Fährt sich vielleicht genauso gut wie ein Mercedes S-Klasse oder ein 7er BMW."
Werbung, die sagt, dass etwas besser ist als etwas anderes - okay. Werbung, die sich damit brüstet, dass etwas vielleicht genauso gut ist wie etwas anderes? Interessant ;)
Nachdem Sebastian in einem Kommentar auf den letzten Eintrag das Foto verlangt hat: hier ist es!
Das Foto selbst ist natürlich kein Beweis, weil's schon wieder in Vancouver aufgenommen ist. Aber es wäre vermutlich keine gute Idee gewesen, es im Flugzeug rauszuholen ;)
This is a security advisory. Never leave your bags unattended and report all suspicious activity immediately. Thank you.
Und nein, leider können wir als Restaurant nicht erlauben, dass unvollständige Gruppen sich schon mal hinsetzen und auf den Rest warten... it's the law. Thank you for your patriotism.
Ja, früher gab es in dem Gebäude hier im Erdgeschoss große Monitore an der Decke, wo man Bilder sehen konnte, die die Kameras an der Spitze aufnehmen... nach dem 11. September haben sie das dichtgemacht. Aber da hinten hängt noch ein Fernseher, da kann man's auch sehen.
Am Flughafen: ich muss jetzt hier "for security reasons" noch ein weiteres Etikett an Ihrem Gepäck befestigen. (Aber merkwürdigerweise nur an meinem?)
So, wir sind alle wohlbehalten wieder in Vancouver angekommen. San Francisco ist eine sehr schöne Stadt mit praktischem Klima (meistens), merkwürdigen Menschen (teilweise), steilen Hügeln (überwiegend) und charmanten Konsequenzen aus den Hügeln.
Ich hoffe, in den nächsten Tagen die interessanteren Erlebnisse (und sie waren zahlreich) hier quasi elektrisch abzulegen.
So... Meine Sachen sind gepackt - und machen meine fiese neue Reisetasche zu ca. 60% voll. Die Reisetasche hab ich heute für 27$ erstanden... obwohl sie mit 45$ ausgepreist war. Versteckte Sonderangebote... Tststs... Manchmal verblüfft mich mein Glück wirklich ;)
Jedenfalls werde ich mit Sicherheit morgen keine Zeit für einen weiteren Eintrag haben, deshalb wünsch ich Euch allen jetzt schonmal ne angenehme Woche, während ich das volle Touri-Programm durchziehe!
Nachdem Dani ja schon einiges beschrieben hat, hier noch ein paar mehr Eindrücke von Seattle...
Insgesamt muss ich sagen, dass ich mir Seattle grösser vorgestellt hatte... Ist es vermutlich auch (wir haben natürlich nicht alles gesehen, da gibt es noch Quadratkilometerweise Aussenbezirke, Wohngebiete und Vororte), aber die eigentliche Innenstadt war extrem leicht überschaubar.
Merkwürdig war auch, dass man dort kaum was zum Einkaufen gefunden hat: alles war unglaublich teuer! In den Einkaufszentren in der Innenstadt (und ausserhalb der Innenstadt haben wir gar keine gesehen) sind haufenweise Edelboutiquen und Bose- und Nike-Läden... Geschäfte, in denen Normalsterbliche Kleidung oder Ähnliches (geschweige denn Lebensmittel!) kaufen könnten, sind dünn gesät. Menschen, die dort wohnen, fahren wohl weit raus in irgendwelche riesigen Shopping-Malls oder so... ansonsten können wir uns nicht erklären, wie dort jemand überleben kann.
Ein gemütliches Pub haben wir übrigens auch vergeblich gesucht.
Dort wird noch mehr Arbeit künstlich geschaffen als hier in Kanada (wie der Job von dem Typ, der im Kaufhaus Tragetaschen an Leute verteilt hat, die sich die genauso gut von einem Haken selbst hätten holen können) oder eben nicht von Maschinen übernommen, sondern von Menschen (sieh das Bild von dem Parkautomaten). Interessant ist vielleicht auch, dass z.B. der Typ mit den Tragetaschen wohl geistig behindert war. Da sieht man wohl das schwächere Sozialsystem - und vielleicht mehr (gezwungene?) Integration Behinderter in die Gesellschaft.
Heute schreib ich mal :) über unseren 2-Tages Trip nach Seattle (29.-30.12.).
Jetzt bin froh, dass wir das alles hinter uns haben, denn es war alle super anstrengend ;)...ich war irgendwie nicht darauf vorbereitet, dass Seattle so viel kälter sein würde, als Vancouver..deshalb hatte ich auch glatt meine Handschuhe in Vancouver gelassen (Conrad auch): Das war echt ein Fehler gewesen ;).
Heute haben wir's endlich hoch auf den Grouse Mountain geschafft :)
Für mehr Fotos hat leider die Batterie meines Fotoapparats nicht mehr gereicht (ich Depp hätte den ja mal vorher aufladen können). Ich besorge mir welche von den anderen und stelle sie hier aus, versprochen!Wir haben uns also (nach der üblichen Anreise mit Öffentlichen Verkehrsmitteln inkl. Fähre) auf den beschwerlichen Weg nach oben. Grouse Grind, das sind 850 Höhenmeter auf 2,9 km... SEHR steil, richtig viel Arbeit (und mächtig viel Spass ;))
Da sind richtig viele Leute unterwegs! Man war nie alleine, dauernd kommen Leute entgegen oder überholen einen - oder werden überholt... Die Leute sind teilweise heftig am schnaufen, und teilweise auch sehr sehr schnell unterwegs. Es gibt hier eine Veranstaltung namens "Grouse Grind Mountain Run", was im Endeffekt bedeutet, da hochzujoggen. Das ist ziemlich krank.
Der Rekord liegt irgendwo unter 25 Minuten. Wir haben 75 gebraucht ;)
Oben dann: einige Aussicht auf Vancouver (auch wenn leider ein paar Wolkenfetzen im Weg waren). Ausserdem ein Grizzly-Gehege und eine Lumberjack-Show (die ziemlich merkwärdig, aber irgendwie lustig war). Den eigentlichen Gipfel konnte man heute leider nicht betreten, weil die da mit nem Bagger die Piste für den Winter geglättet haben oder sowas...
Heute haben wir mit den älteren Grads vom CS-Department einen "Day Hike" (also eine Tageswanderung) im Garibaldi Park unternommen. Das ist ein ziemlich großes Naturschutz- und Erholungsgebiet. Ganz viel naturbelassener Wald und kaum Leute (das einzige Zeichen von Zivilisation ausser den Wegen ist ein Campingplatz oben am Berg). Sehr cool!
Die sind übrigens erdgasbetrieben und gehören der UBC. In Vancouver gibts wohl auch viele Erdgastankstellen... Im Norden nicht, aber da komme ich noch zu ;)
Okay, nicht wirklich, weil es total vernebelt war, und ich das Bild erst auf dem Rückweg aufgenommen habe. Dichterische Freiheit, okay?
Bei dem Parkplatz gabs dann auch die letzten Toiletten bis zum Gipfel - prima Plumpsklos. Klasse... ;)
Habe ich schon erwähnt, dass es nass war? Es hat genieselt, und dann war da noch die Wolke um uns herum, so dass der Wald konstant getropft hat...
Das ist der Blick von einer der Battleship Islands zurück auf die Luschen, die nicht mit draufgekommen waren. Der Weg führte nämlich über diese Steine, die auf dem Bild sichtbar sind, und war teilweise nicht wirklich breit und/oder sicher. Aber hübsch war's da drüben. Battleship Islands heissen die übrigens deshalb, weil sie wie eine Flotte von Kriegsschiffen im See liegen. Die Assoziation war tatsächlich naheliegend.
Danach haben wir uns wieder auf den Abstieg gemacht, der schneller ging und weniger anstrengend war, aber sich doch ziemlich gezogen hat. Am Parkplatz haben uns unsere Fahrer dann erzählt, dass sie in der Umgebung beim besten Willen kein Erdgas für die Autos hätten auftreiben können... Es hat aber im Endeffekt knapp bis zu einer Tankstelle in Vancouver gereicht. Glück gehabt!
Zwischenstopp haben wir in einem großen Pub in Squamish gemacht - dort gab's dann auch was warmes zu Essen und alkoholhaltige Getränke für jeden. Ich fange übrigens an, mich an diese allgegenwärtigen Burger zu gewöhnen... ;)
Mehr Fotos gibt's bei Sebastian.
Gestern waren wir im (rund um den) Stanley Park unterwegs. Organisiert war das ganze von der CSGSA (die Organisation der Grad Students im Computer Science Department) und dabei waren ein paar neue und ein paar alte Grads.
Wir sind einmal um den Stanley Park herumgelaufen - da gibt es einen Weg auf der Sea Wall, einer Art niedriger Mauer, die rund um den Park herumführt. Der Park liegt nämlich auf einer Halbinsel - und um zu verhindern, dass die See sich den Park auf die Dauer krallt, haben sie ihn halt befestigt. Das hat fast 60 Jahre gedauert, weil sie nur bei Ebbe daran arbeiten konnten. Irgendwann in den 70ern oder 80ern haben sie's dann aber geschafft. Auf dieser "Mauer" führt seitdem eine Promenade rund um den Park, ca. 10km. Die sind wir gelaufen (bis auf eine kurze "Abkürzung", die ca. 20 Meter gespart hat...).
Nachdem wir also völlig mitgenommen aus der harten Veranstaltung in der Uni herauskamen ;) und mit dem Rest des Tages nichts Sinnvolleres anzufangen wußten, sind wir nochmal an den Strand gegangen :)
Danach hat die Natur versucht, uns mit diesem völlig albernen Sonnenuntergang zu beeindrucken... (obwohl Sebastian und Markus fast nichts gesehen haben, weil sie dabei Schach gespielt haben)
David Eddings läßt irgendwo (ich glaube im zweiten Buch von "The Tamuli") das Wesen Bhelliom über seine "Tochter", die Erde, sagen: "she is a trifle vain."
Interessante Geschichte (find' ich):
Warum poste ich hier Fotos von einer Brücke? Wie gesagt, interessante Geschichte.
Die Brücke wurde (hauptsächlich) von der Guinness-Familie gebaut (ja, die, denen auch die Brauerei gehört). Der Grund: die hatten im Norden von Vancouver große Stücke Land zu Spottpreisen gekauft. Prima Land, nur leider absolut nicht erreichbar! Also baute man eine Brücke - und verkaufte das Land später für ein Vielfaches des Einkaufspreises. Ausserdem nahm man eine Gebühr von jedem, der die Brücke benutzte - und verkaufte sie schließlich 20 Jahre später oder so für denselben Preis, den man für ihren Bau bezahlt hatte, an die Kanadische Regierung...
1986, als hier die Expo stattfand, hat die Guinness-Familie Geld gestiftet, um die Brücke nachts hübsch zu beleuchten. Diese Lichter sind noch immer da (wie man oben auf dem Foto sieht).
1999 aber kam der wirklich abgefahrene Kram: Da haben sie beschlossen, dass die Brücke zu schmal und zu unsicher ist - und sie stückweise ausgetauscht! Weil sie die Brücke nicht für einen längeren Zeitraum sperren konnten (dafür ist sie zu viel befahren), haben sie 50 mal oder so über Nacht ein kleines Stückchen herausgenommen, auf ein Boot abgelassen, und ein breiteres neues Stückchen eingesetzt! Fotos davon gibt's hier und hier.
Schaut mal her, was ich grad bei Google gefunden habe ;)
http://sabalan.com/freevancard/?c=top20.html
Ich bin im Pazifik geschwommen :)
Naja gut, nicht wirklich im Pazifik, sondern mehr im Burrard Inlet, das ist ein Ausläufer der English Bay, die gehört vermutlich zur Straight of Georgia (dem Meerarm zwischen Vancouver und Vancouver Island) - und die ist irgendwie Teil des Pazifik ;)
Anlass war übrigens, dass wir (vier Deutschen) heute einen Nachmittag am Strand verbracht haben (schwimmen, sonnen, lesen, Skat spielen).
Schwimmen war ein Erlebnis insofern als wir das bei reinkommender Flut gemacht haben. Das Wasser in Ufernähe war sehr kalt. Von der See kamen dann aber Strömungen herein, die noch sehr viel kälter waren ;) - und so kam man beim Schwimmen immer wieder kurz in Gegenden, aus denen man sehr schnell wieder herauswollte...
Vorgestern haben wir nach der Stadtrundfahrt auch noch eine Bootsfahrt gemacht - ich war nur bis jetzt zu Faul, die Fotos hochzuladen ;)
Das möchte ich hiermit nachtragen!
Heute Vormittag waren wir im Museum of Anthropology, das hier auf dem Gelände der UBC steht und ein ganz ganz tolles Museum sein soll.
Wir hatten auch eine Führung von einer indianisch-stämmigen Frau, die dann zu den einzelnen Sachen was erzählt hat. Das war auch gut so, denn es stand fast nix dran...! Da standen ziemlich durcheinander viele verschiedene Sachen von vielen verschiedenen Stämmen - und es stand als Erklärung meistens nur dran, von wann und von wo es stammte, aber nicht, was es war...
Dafür, dass das ein respektvoller Umgang mit indianischer Kultur sein sollte, wurde für meinen Geschmack zu viel einfach auf einen Haufen gestellt. Das krasseste ist ein House Pole (also ne Art Totempfahl, der an einer Hausecke stand), der nicht echt war, sondern für einen Film hergestellt worden war... Insgesamt gab es dort tatsächlich nur mit Führung etwas zu lernen, sonst hätte man nur dagestanden und sich gedacht, ja, aha, ein Pfahl.
Merkwürdig. Kam mir irgendwie alles sehr oberflächlich vor - ist aber vielleicht auch schwierig, ein Museum über Kulturen zu machen, die nichts schriftlich festhalten...? Ich weiss es nicht, aber für meinen Geschmack ist dieses Museum gescheitert.
Wir haben gestern eine Stadtrundfahrt mitgemacht (organisiert von der GSS (Graduate Student Society)). Sehr coole Sache. Man hat z. B. erfahren, dass hier in Vancouver (nach Los Angeles) die zweitmeisten Filme in Nordamerika entstehen. Angeblich soll man relativ oft Stars sehen können (z.B. beim Einkaufen auf Robson Street).
Wir sind auch am Stanley Park vorbeigekommen (Vancouvers grüner Lunge, wenn man so will), der nach demselben Mann benannt ist wie der Stanley Cup.
Gegen Ende der Rundfahrt waren wir auch kurz in Gastown (der älteste Stadtteil von Vancouver - hier hat ein Typ namens Gassy irgendwas einen Saloon neben einem Sägewerk gegründet - und kurze Zeit später stand da wohl ne Stadt ;)
Man kann da zu Fuss hoch oder per Lift (Gondeln, ich hasse die Dinger). Wir haben uns entschieden, zu Fuss zu gehen, alleine schon, um Geld zu sparen (Reisefuehrer: 18$ pro Person fuer die Gondel!).
Alles ist extrem Gruen dort. Hier downtown ist immer noch sehr viel Gruen - allerdings sind die Haeuser _sehr viel_ hoeher und die Strassen werden mehr von Laeden und Ampeln dominiert. Es gibt sehr viele Ampeln hier - die Stadt hat ja dieses Gittermuster an Strassen, und an jeder Kreuzung steht eine Ampel.
Der Flug von Calgary nach Vancouver war super! Ich habe am Fenster und am Notausgang gesessen - das heißt: freier Blick und freie Beine!
Durch den Zoll hat man mich einfach nur durchgewinkt. Glück gehabt! Ich hatte wirklich keine Lust, mein ganzes Gepäck aus- und wieder einzupacken. Immigration war auch sehr einfach: ein paar Fragen - und schon hab ich einen Wisch in den Reisepass getackert bekommen (property of the government of Canada), nach dem ich jetzt bis 31.07.03 hierbleiben darf (was ich vermutlich allerdings nicht ausnutzen werde).
Dann kam der erste echte Beweis, dass ich hier nicht mehr in Europa bin.
Mein Anschlussflug hat massiv Verspätung, ich sitze gerade hier und warte.
Grüße aus Calgary!
(Hier ist es übrigens gerade 15:30)
Der Flug hierher hat jetzt so 9,5 Stunden gedauert und war zwar lang, aber doch gut erträglich. Ich hatte einen mistigen Platz im Mittelblock (und da nicht am Gang, sondern wirklich in der Mitte) - dadurch konnte ich aber den Fernseher ganz gut sehen, auf dem drei ordentliche Filme gezeigt wurden, insbesondere Shanghai Knights (Jackie Chan) und X-Men 2.
Dadurch war die Zeit ganz gut zu überstehen ;)
Ich hatte gerade meinen ersten Heimweh-Flash: als ich mich von meinen Leuten am Flughafen verabschiedet habe und in den Bereich gegangen bin, wo man nur noch mit Bordkarte reinkommt, wusste ich absolut nicht mehr, warum ich das hier gerade eigentlich mache...